Hast Du dir deine erste Spiegelreflex gekauft, wirst Du dem Hersteller treu bleiben. Notgedrungen, denn die Objektive passen ja in der Regel nur für eben die eine Marke, die Du jetzt Dein eigen nennst. Jaja, Du kannst Konverter und Adapter benutzen, dann geht's manchmal auch so. Aber lass dir sagen: Die Eigenschaften Deiner SLR werden durch 1000 Konverter nie besser. Zum Fotografieren gibt's meinen Erfahrungen nach eigentlich nur eins - Canon. Meine Objektive, Blitzmaschinen und Bodies stammen aus der japanischen Edelschmiede. Warum? Ok, teurer als andere (und als einzige ohne Schurnalistenrabatte), aber dafür schnell, gut, robust und mit exaktem Fokus versehen (wenn man mal von der D30 absieht, für die die Herrschaften aber in der D60 einen ordentlichen Nacholger geschaffen haben).
Mein täglich Handwerkszeug war einst eine EOS 1 RS (was es heute ist, findet Ihr weiter unten), knapp1,5 Kilo High-Tech ohne Objektive. Mit Blitz, Akkus und vorgeschnallter "Kanone" kommen da schnell drei, vier Kilo zusammen. Das wiederum hat einen Vorteil: man spart sich das Bobybuilding. Für besonders leise Sachen sehr zu empfehlen: die EOS 50 E. Schön leicht vor allem. Und extrem leise, genau hier liegt der Unterschied. Highlight: der augengesteuerte Autofokus. Die Alternative für alle, die eine Kamera wollen, die fast besser ist als die alten EOS 1 N, RS und HS, ist die EOS 3. Kaufen! Es sei denn, Du brauchst eine Blitz-Synchronzeit von 1/250 Sekunde (EOS 3: 1/200) oder zehn Bilder pro Sekunde (EOS 1 RS, aber ohne Schärfenachführung).
Eins noch an alle Hobbyfotografen und die, die es werden wollen. Meiner Meinung nach sind die kleinen Kameras wie Prima oder Ixus von Canon gut für Schnappschüsse jedweder Art. Manko: die Blitzleistung. Erstens ist der Miniblitz ziemlich schwach auf der Brust, zweitens ist die Belichtungsmessung meist nicht das Gelbe vom Ei, Überbelichtungen sind bisweilen die Folge. Warum also nicht eine kleine SLR kaufen? Auch gebrauchte sind meist ganz gut, wenn sie denn funktionieren (selbst ausprobieren und sich zum Anschauen jemanden mitnehmen, der ein bisschen Ahnung hat). Vorteil bei der Knipserei generell: der Wertverlust hält sich in engen Grenzen. Nicht schlecht sind die neuen HSM-Objektive von Sigma. Nur: Ans Original kommen sie nicht ganz ran. Dafür ist beispielsweise das 2.8/70-200 über 500 Euro billiger. Wenn es nicht auf (halb)professionelle Arbeit ankommt, sicher eine Überlegung wert.
Blitzmaschinen
sollte man, wenn irgendwo anschließbar, grundsätzlich kaufen,
um dem Dilemma, das sich aus den eingebauten Hellmachern ergibt, zu entgehen.
Empfehlenswert sind Metz' Mecablitze MZ 40 II oder III, die genug Leistung
haben und für die es einen einigermaßen starken externen Akku
gibt. Manko: Reihenbelichtungen sind selbst mit vollem Akku nicht gerade
als Erfüllun zu bezeichnen, außerdem ist das Gehäuse zu
niedrig, sodass sich bei langen Objektiven (zB. 70-200) Schlagschatten
bilden. Wer sich mit dem Gedanken an einen Stabblitz trägt, sei gewarnt:
manuell fokussieren wird dann zur Geschicklichkeitsübung. Wenn die
aufgesetzte Optik lang (über 15 Zentimeter Baulänge) ist, sollte
eines der Speedlites von Canon aufgeflanscht werden.
Schließlich noch ein Wort zur digitalen Fotografie. Was für
300 bis 500 Euro angeboten wird, ist meist noch im gewissen Rahmen fürs
Internet einsetzbar. Nicht mehr und nicht weniger. State of the Art, zumindest
in Sachen in Sachen Sportfotografie, ist derzeit die Canon EOS 1 D, die
zwar leider teuer (6500 Euro) ist, aber dafür gesorgt hat, dass ich
meiner D30 keine Träne nachweine. Kein Wunder bei 8 Bildern/Sek.,
4,1 Megapixel, 1/16.000 Sekunden, 1/500 X-Synchro und einem staub- und
spritzwassergeschützten Gehäuse (bekannt von der EOS 1 V).
Alternative: Weiter normal und also auf Film fotografieren
und (vorzugsweise mit einem Negativ-Scanner) die Bilder digitalisieren.
Hier sind die Coolscans von Nikon führend.
Und ebenfalls hier schließt sich der Kreis: teuer, dafür gut.
c 2002 Stefan Sigwarth